Leipzig liegt inmitten des Zusammenflusses der Flüsse Weiße Elster, Pleiße und Parthe. Insgesamt durchfliessen das Stadtgebiet Flüsse, Bäche und Gräben mit einer Gesamtlänge von rund 176,4 km.
Große Seen, wie der Cospudener See , der Kulkwitzer See, aber auch zahlreiche Teiche und Tümpel ergänzen die Gewässerlandschaft in der Stadt Leipzig.
Ein Gewässerverbund, der die Fließgewässer und Kanäle mit den neu entstehenden Seen der Region verbinden soll, ist ein Leitprojekt für die Erschließung der Region.
Dazu kommen Seen, Tümpel, Teiche, Weiher, sogenannte Stand- oder Stillgewässer das sind Kleinstrukturen im Biotopverbund – Wasserflächen mit einem hohen ökologischen Stellenwert. Jedes Standgewässer, ob groß oder klein, ist in seiner einzigartig und ein natürlicher Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren und Insekten mit hoher biologischer Artenvielfalt. Wissenswertes dazu, im Stadtgebiet von Leipzig stehen derzeit ca. 130 Standgewässer mit einer gesammt Wasserfläche von ca. 80 ha und einer Uferlänge von ca. 75 km
Ganz typisch für die Leipziger Gewässer sind die Mühlgräben . Nebst dem Elstermühlgraben wird der Pleißemühlgraben touristisch von Bedeutung sein. Im Süden Leipzigs entsteht eine ausgedehnte neue Seenlandschaft, die rund ca. 70 km² Wasserfläche umfassen wird. – Dieses Gebiet wird als Neuseenland bezeichnet.
Der erste geflutete See ist der Cospudener See (436 ha) mit vorzüglicher Wasserqualität, feinsandigen Strandbereichen und verschiedenen Freizeitangeboten, wie Segeln, Paddeln, Tauchen und Fahrgastschifffahrt.
Weitere Projekte wie Hainer See sollen den Tourismus stärker in Sachsen schüren und neue Infrastruktur schaffen.
Geografische Lage
Leipzig liegt im Zentrum der Leipziger Tieflandbucht, eines Teils der Norddeutschen Tiefebene. Im Osten grenzt daran das nördliche Elbland und im Südosten und Süden das Mittel sächsische Hügelland. In Thüringen und Sachsen-Anhalt geht die Tieflandbucht durch das Tal der Saale in die Saale-Unstrut-Region über.
In der Nähe liegende Großstädte sind Halle (etwa 30 km nordwestlich), Chemnitz (etwa 80 km südlich), Dresden (etwa 100 km südöstlich), Erfurt (etwa 100 km südwestlich), Magdeburg (etwa 100 km nordwestlich) und Berlin (etwa 145 km nördlich). Leipzig liegt fast im Schwerpunkt der drei benachbarten Landeshauptstädte Dresden, Magdeburg und Erfurt.
Durch die Stadt fließt die Weiße Elster, in die hier die Pleiße und die Parthe münden. Die in Leipzig abzweigende Luppe ist ein Nebenarm der Weißen Elster, der parallel zu dieser bis zur Mündung beider in die Saale verläuft. Mit Leipzig wird vor allem die Pleiße in Verbindung gebracht, da mit dem Pleißenmühlgraben einer ihrer Nebenarme unmittelbar am Stadtzentrum vorbeifließt.
Die höchsten Erhebungen Leipzigs sind der Monarchenhügel (159 m) und der künstlich aufgeschüttete Fockeberg (153 m). Knapp außerhalb der Stadtgrenze bei Wachau liegt der Galgenberg (163 m).
Natur und Umwelt
Pleiße im südlichen Auenwald
Freilegung eines Abschnittes des verrohrten Pleißenmühlgrabens (Jan. 2007)
Cospudener See
Entlang der Flüsse zieht sich ein ausgedehntes Auwaldgebiet in Nord-Süd-Richtung durch die Stadt, das im mittleren Bereich zum Teil in Parks umgestaltet wurde.
Da sich unter Leipzig und seinem Umland bedeutende Braunkohlelagerstätten befinden, wurde bereits in den 1930er Jahren mit dem industriellen Abbau dieses Rohstoffes in Tagebauweise begonnen. Durch den Bergbau, der sich während der DDR-Zeit immer weiter ausbreitete (Braunkohle war der Hauptenergieträger der DDR), wurden südlich von Leipzig Teile des Auwaldes zerstört. Zahlreiche Hochwasserschutzmaßnahmen, unter anderem der Bau des Elsterbeckens und die Verlegung natürlicher Flussläufe, sowie mit dem Braunkohleabbau verbundene Absenkungen des Grundwasserspiegels führten zu Störungen des hochspezialisierten Ökosystems, das ursprünglich als natürliches Überflutungsgebiet diente.
Die Stadt liegt inmitten eines ehemaligen Binnendeltas, das durch die Anlage von Mühlgräben und Hochwasserschutzanlagen häufig umgestaltet wurde. So ist die Parthe ehemals ein Nebenfluss der Pleiße gewesen, während sie heute in die Weiße Elster mündet. In den 1950er Jahren wurden der Pleißemühlgraben und ein Teil des Elstermühlgrabens – im Mittelalter für den Betrieb von Mühlen teilweise künstlich angelegte Nebenarme der beiden Flüsse – wegen der Verschmutzung durch Industrieabwässer aus der Braunkohleverarbeitung südlich von Leipzig verrohrt oder verfüllt, so dass Leipzig seinen Charakter als Flussstadt teilweise verlor. Die Einleitung der hochgiftigen Abwässer führte dazu, dass die Flüsse biologisch tot waren. Seit dem weitgehenden Ende der gewässerverschmutzenden Industrie zu Beginn der 1990er Jahren werden beide Flussläufe nach und nach wieder freigelegt.
Neben der Gewässerverunreinigung brachte die Braunkohlebefeuerung veralteter Industrieanlagen, die teilweise noch dem Vorkriegsstandard entsprachen, sowie häuslicher Ofenheizungen eine sehr starke Luftverschmutzung mit sich. Die schwefel- und phenolhaltige Luft und der damit einhergehende saure Regen griffen Teile der Bausubstanz, vor allem die aus Sandstein, an. In den 1970er und 1980er Jahren galt Leipzig als eine der mit Umweltgiften am meisten belasteten Großstädte Europas. Nach der „Wende“ führte die Stilllegung der Altindustrie und die Modernisierung der Kraftwerke und häuslichen Heizungsanlagen sehr schnell zu erheblich verbesserten Wasser- und Luftverhältnissen und zu einer sichtbaren Gesundung der Tier- und Pflanzenwelt. Leipzig zählt heute mit seinen zahlreichen Stadtparks, wie beispielsweise dem zentrumsnahen Clara-Zetkin-Park und dem Rosental, vielen neu geschaffenen Anlagen in den Wohngebieten sowie den traditionellen Schrebergartenvereinen zu den grünsten Städten Deutschlands (siehe hierzu weiterführend Parks und Gärten). Der Grünflächenanteil wird mit rund 50 %, der Waldanteil mit etwa 7 %[6] beziffert.
Einen wesentlichen Anteil am Leipziger Stadtgrün haben die Straßenbäume, wobei sie sowohl gestalterische als auch ökologische Funktionen erfüllen. Im Baumkataster der Stadt sind gegenwärtig 57732 Straßenbäume registriert[7]. Das sind mehr als die registrierten Parkbäume. Von den Straßenbäumen sind über 35% Linden, zur Herkunft des Stadtnamens passend. 38% der Straßenbäume sind jünger als 20 Jahre [8], was sowohl aus der Ergänzung alter Bestände als auch aus der sofortigen Bepflanzung neu angelegter Straßen resultiert.
Anfang der 1990er Jahre wurde der Braunkohleabbau gestoppt und mit der Rekultivierung der Tagebaurestlöcher und der Renaturierung des Umfeldes begonnen. Inzwischen sind aus den gefluteten Tagebauen mehrere Seen mit sehr guter Wasserqualität entstanden. Weitere Tagebaue befinden sich noch in der Flutung. Der Cospudener See liegt dem Leipziger Stadtzentrum am nächsten und dient bereits als sehr gut erschlossenes Naherholungsgebiet. Der so entstehende großflächige Erholungsraum wird als „Leipziger Neuseenland“ auch touristisch vermarktet. Um Natur und Landschaft der Region gemeinsam mit den umliegenden Kommunen und Landkreisen zu entwickeln und erlebbar zu machen, ist Leipzig seit 1996 Mitglied im Grünen Ring Leipzig.
Mariannenpark
Die Idee des Volksparks
„Die Anlegung des Parkes ist ein notwendiges Erfordernis der Gemeinde. Der Park soll vor allem der arbeitenden Bevölkerung Schönefelds, das an Anlagen und öffentlichen Plätzen arm ist, zur Erholung und der Jugend als Spielfeld zur körperlichen Ausbildung dienen.“
Mit diesen Sätzen begründete die Gemeinde Schönefeld gegenüber der Königlichen Amtshauptmannschaft 1913 den Antrag für die benötigten Mittel. Das Ansinnen nahm bald Gestalt an, und noch heute wird der Park im Sinne seiner Initiatoren intensiv genutzt.
Genauere Informationen über die Geschichte und die Entwicklung des Volksparks finden Sie hier.
Ein attraktives Umfeld für Ruhe und Entspannung gewähren die vom Frühling bis zum Herbst leuchtend blühende Stauden-Mulde, das einladende Abschlussrondell der Rot-Eichen-Allee oder der duftende Rosengarten. Zum Herumtollen und Spielen gibt es zwei Spielplätze, eine riesige Tummelwiese und den stadtweit bekannten Rodelberg. Für Sportbegeisterte stehen Sportfelder zum Fußballspielen und für die Leichtathletik zur Verfügung. Auch die Liebhaber seltener Pflanzen kommen auf ihre Kosten. Den Park in seiner heutigen Gestalt und mit seinen vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten verdanken wir einer bestimmten zeitgeschichtlichen Denkweise. Mehr zum Volkspark als Ergebnis reformerischen Denkens finden Sie hier.
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Der Mariannenpark als Kulturdenkmal
Der Mariannennpark ist ein wichtiges Beispiel für das politische und gesellschaftliche Verhältnis zur Zeit der Reformtendenzen. Seine künstlerische Bedeutung drückt sich durch die spezifische regelmäßige Durchgestaltung aus, durch eine geschickte Kombination von Gestaltungselementen wie Treillagen oder Treppen mit einer interessanten Pflanzenauswahl. Das Neue an den deutschen Stadtparkkonzeptionen zu Beginn des 20.Jahrhunderts war eine Raumkunst ohne Kompromisse, eindeutige Strukturen ohne Zwischentöne wurden angestrebt. Freie Flächen wie beispielsweise die Tummelwiese oder die Sportplätze wurden im Gegensatz zu den Parkanlagen des 19. Jahrhunderts nun größer, klar begrenzt und eben ausgeführt. Der Mariannenpark als Ort zur Erholung für „alle Volksschichten“ ist Ausdruck eines neuen Denkens und Ergebnis von reformorientierten politischen und gesellschaftlichen Haltungen. Der Park repräsentiert daher eine bestimmte geschichtliche Phase mit der ihr eigenen Vorstellung von sozialer Verantwortung.
Wenn man von geringfügigen Veränderungen absieht, ist die gesamte Anlage des Mariannenparks als seltenes und bedeutendes Beispiel eines Volksgartens im architektonischen Stil des frühen 20. Jahrhunderts erhalten geblieben. Da es in Deutschland kaum noch vergleichbare, relativ unverfälschte Volksparks dieser Größenordnung gibt, wurde der Mariannenpark 1991 als Denkmal der Garten- und Landschaftsgestaltung in die Kulturdenkmalliste des Landes Sachsen aufgenommen. Dabei wurde auch der im Norden angrenzende Schlosspark Schönefeld mit Schloss sowie die Kirche und das Grab der Familie von Eberstein einbezogen.
Mehr Informationen zum Schönefelder Schloss und Park finden Sie hier.
Lage - Rohrteichstraße/Lindenallee
Größe - 22,3 Hektar
Erreichbarkeit - Straßenbahn 1 und Bus 70,90 (Stannebeinplatz)
- S-Bahn-Haltepunkt Leipzig Ost
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Parthenaue

Der Mariannenpark ist Ausgangspunkt eines reizvollen Wanderweges entlang der Parthe.
Die Parthenaue ist die letzte durch den Braunkohletagebau und massive Flussregulierung nicht grundlegend umgestaltete historische Kulturlandschaft in der Leipziger Region.
Sie ist 50 Kilometer lang und zieht sich vom Mariannenpark hinter dem Hauptbahnhof über den Abtnaundorfer Park entlang der Parthe zwischen Plaußig und Taucha hindurch bis zum Staditzwald nordöstlich der Stadt Leipzig.
Dadurch besteht die Möglichkeit, von Leipzig über Thekla, Plaußig nach Taucha, Panitzsch und Borsdorf zu wandern.
Die Gesamtstrecke des vom Zweckverband Parthenaue gut beschilderten Rad- und Wanderwegs beträgt 23 Kilometer. Selbstverständlich sind auch kleinere Etappen möglich, beispielsweise vom Mariannenpark nach Thekla (4 km), mit einem Bummel durch den von der alten Leipziger Handels- und Bankiersfamilie Frege um 1800 im englischen Stil angelegten Abtnaundorfer Park oder von Schönefeld nach Plaußig (8 km). Bei dieser Strecke lohnt es sich, etwas aufmerksamer durch die Wald-Wiesen-Felder-Aue zu gehen, auf dem Weg „Zum Birkenwäldchen“ blühen an sumpfigen Stellen noch Sumpfdotterblumen und Schwertlilien. Mit ein wenig Glück kann man im nahen Ratsholz den Specht hämmern hören. In Plaußig bieten sich nicht nur gute Einkehr-, sondern auch günstige Rückfahrmöglichkeiten (Buslinie T).
Weitere reizvolle kürzere Strecken sind:
- Schönefeld-Thekla
- Thekla-Plaußig
- Plaußig-Taucha
- Taucha-Panitzsch
- Panitzsch-Zweenfurth
Auch ein Abstecher zum Staditzwald oder zu den Lübschützer Teichen ist möglich.

Um die Partheaue und die darin liegenden Parkanlagen bekannter zu machen, hat der Zweckverband “Parthenaue” mit Fördermitteln der Europäischen Union und mit vielen Partnern das Projekt “Stadt Land Kunst – ParkNetzWerk Partheaue” ins Leben gerufen. Über das Projekt und die aktuell geplanten Veranstaltungen können Sie sich unter www.stadt-land-kunst.org informieren.
Weitere Informationen zum Zweckverband Parthenaue finden Sie hier
Kontakt
Amt für Stadtgrün und Gewässer, Nonnenstraße 5c, 04229 LEIPZIG, Tel.: 0341 123-6100







Der Auensee im Nördlichen Auenwald
Das traditionelle Erholungsgebiet um den Auensee im Nordwesten Leipzigs ist aus einem vor über neunzig Jahren gegründeten Vergnügungspark hervorgegangen.
Das landschaftlich reizvolle Gebiet mit seinen Auwaldresten, den Streuobstwiesen und Feuchtbiotopen gehört nach wie vor zu den bekanntesten und beliebtesten Ausflugszielen der Leipziger und ihrer Gäste. Es befindet sich vollständig im Landschaftsschutzgebiet „Leipziger Auwald“.
Der Auensee ist ein bis zu 10 Meter tiefer Grundwassersee, der um 1910 als Kiesgrube für den Bau des Leipziger Hauptbahnhofes entstanden ist. Für die Nachfolgenutzung wurde 1912 die „Luna-Park GmbH“ gegründet, die bis Anfang 1932 existierte. Die Grundstücke wurden an Wirte und Schausteller verpachtet und so entstand der Luna-Park, ein Vergnügungspark mit einer Achterbahn mit Alpenkulisse, die als “Gebirgsszeneriebahn” bezeichnet wurde, einem Hippodrom, einer Gondelstation, einem Motodrom, der Lunabahn um den See herum, einem Musikpavillon und Tanzpalästen als Publikumsmagnet.
Bereits Ende der 1920er Jahre begann die Anziehungskraft des Lunaparks erheblich nachzulassen, verschiedene Amüsierbetriebe und Gaststätten stellten nach und nach den Betrieb ein und wurden weitgehend abgerissen. 1941 wurde die Stadt Leipzig Eigentümerin des Auenseegeländes und seiner Bebauung, zehn Jahre später wurde die Pioniereisenbahn eröffnet und 1990 in Parkeisenbahn umbenannt. Verschiedene kulturelle Veranstaltungen, Konzerte und Feste in den 1980er Jahren machten das Gelände erneut zu einem Anziehungspunkt.
Heute findet man auf dem Gebiet rund um den Auensee verschiedene Möglichkeiten für Sport, Spiel und Unterhaltung:
· Parkeisenbahn Parkeisenbahn mit historischer Dampflok
· Stationsgebäude mit Kiosk und Freisitz
· Fahrradverleih und Verleih von Sportgeräten am Bahnhof
· Bolzplatz
· Verkaufskioske
· Holzspielplatz
· Laufstrecke Nord
· Bootsverleih mit Ausschank
· Grillplatz
· Haus Auensee
Die Hälfte des Parks ist Wasserfläche und lässt sich mit einem Boot im wahren Wortsinn erfahren. Wer mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs ist, erreicht nach 1,5 Kilometern die Domholzschänke und gelangt fast ausschließlich im Grünen durch reizvolle Parklandschaften zum Rosental.
Das Erholungsgebiet um den Auensee liegt vom Stadtzentrum nur etwa 5 Kilometer entfernt. Von der Innenstadt ist das Gelände über die B6 günstig zu erreichen.
Bei längeren Besuchen findet man Kost und Logis auf dem seit 1970 bestehenden internationalen Campingplatz mit dem Restaurant Waldaue oder in einem Motel mit Restaurant.
Quelle: http://www.leipzig.de
Rosental
Das Rosental ist eine der beliebtesten historischen Parkanlagen in Leipzig.
August der Starke, der ab 1694 in Sachsen regierte, wollte sich an dieser Stelle ein Lustschloss errichten lassen, was jedoch von Leipzigs Stadtvätern trickreich verhindert wurde. Von der Großen Wiese aus sind heute noch sechs Sichtschneisen zu sehen, die für das Schloss angelegt wurden.
Mit der behutsamen Umgestaltung der barocken Anlage zum Landschaftspark im englischen Stil nach einen Entwurf des späteren Ratsgärtners Rudolph Siebeck konnten bis heute Teile des Rosentals als ursprünglicher Auenwaldbestand mit einer großen Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten erhalten bleiben.
Erhebliche Veränderungen brachte die Gründung des Zoologischen Gartens 1878 auf dem Pfaffendorfer Gut durch den Privatmann Ernst Pinkert für das Rosental mit sich.
Aussichtsturm von 1975
Der noch heute vorhandene 12 Meter hohe Fahnenmast am Ende der Rosentalgasse wurde um 1892 nach einem Entwurf des Architekten Schmidt errichtet. Als gestalterischer Akzent betont er den Eingangsbereich des Rosentals.
1927 wurde das Zoogelände um die Fläche des ehemalige Konzertrestaurants “Bonorand” und die des Schweizerhauses erweitert.
Durch das 1976 erbaute so genannte Zoo-Schaufenster können Spaziergänger im Rosental Lamas, Kamele, Strauße und andere exotische Tiere beobachten.
Im hinteren Teil des Rosentals erhebt sich der 20 Meter hohe Rosentalhügel, von den Leipzigern liebevoll Scherbelberg genannt, der zwischen 1887 und 1896 durch Aufschüttung mit Hausmüll entstand. Auf der Nordseite lädt eine Rodelbahn zu winterlichen Vergnügungen ein.
1896 erhielt der Rosentalhügel einen 15 Meter hohen hölzernen Aussichtsturm, der von Hugo Licht entworfen wurde. Der Turm brannte am 4.Dezember 1943 ab. Heute kann man das Rosental am besten vom 1975 gebauten 20 Meter hohen stählernen Nachfolger betrachten.
1 – Der vordere Rosentalteich wurde im 19. Jahrhundert angelegt und um 1965 neu gestaltet.
2 – Die große Rosentalwiese wurde nach einem Entwurf (1707) von Johann Christoph Naumann angelegt. Noch heute erkennbar sind der barocke Grundriss sowie die von der Wiese ausgehenden Schneisen.
3 – Geplanter Standort des Lustschlosses im Schnittpunkt der Sichtachsen
Die heute noch erkennbaren Sichtachsen waren auf folgende Endpunkte gerichtet:
C – Kuhturmallee: Endpunkt war der Lindenauer Kuhturm, ehemals gegenüber dem heutigen Kleinmessegelände.
D – Lindenauer Kirche
E – Leutzscher Kirche
G – Breite Allee: Endpunkt auf den Kirchturm in Wahren
H – Möckernsche Allee: Blick auf den Vorort Möckern
I – Mühle in Gohlis
J – Herrenallee: auf Gohlis gerichtet
Der Turm des erst 1756 errichteten Gohliser Schlösschens wurde später genau in diese Achse gelegt.
Die Friedenseiche wurde „zum Gedächtnis an die glückliche Beendigung des glorreichen Sieges von 1870/71“ gepflanzt. Bereits kurze Zeit später wurde der junge Baum von „ruchloser Hand“ abgesägt und deshalb der neu gepflanzte Baum mit Eisengittern vor weiteren Freveltaten geschützt.
Der Spielplatz am Zöllnerweg wurde 1870 als erster öffentlicher Spielplatz in Leipzig eingeweiht und in den Jahren 1993/94 neu gestaltet.
Weitere Informationen zur Geschichte dieser Parkanlage erhalten Sie hier, zu den Vorstellungen August des Starken und zum Namen der Anlage werden Sie hier informiert.
Größe – 118 Hektar
Lage – Waldstraße, Zöllnerweg, Emil-Fuchs-Straße, Pfaffendorfer Straße
Palmengarten Leipzig
Der Palmengarten ist eine 22,5 Hektar große Parkanlage in Leipzig-Lindenau. Er wird im Norden von der Jahnallee, im Osten vom Elsterbecken und im Süden von der Karl-Heine-Straße begrenzt. Der Leipziger Palmengarten beherbergt eine Vielzahl dendrologisch wertvoller und besonderer Gehölze, die zu großen Teilen aus der 1960 aufgelösten Baumschule des Botanischen Gartens stammen.
Das Gelände des Parks am Westufer der Elster-Pleißen-Aue war ursprünglich Bestandteil des Leipziger Auenwaldes. Nachdem im Jahr 1893 im Nordteil des späteren Parks anlässlich des 50jährigen Bestehens des Leipziger Gärtner-Vereins die Internationale Gartenbauausstellung stattfand, wurde ein Wettbewerb zur Schaffung eines Palmengartens nach Vorbild des Frankfurter Palmengartens ausgeschrieben. Der Wettbewerb wurde von dem Frankfurter Gartentechniker Eduard May gewonnen. Der Lindenauer Gärtnereibesitzer Otto Moßdorf, der bereits das Gelände der Gartenbauausstellung gestaltet und im Wettbewerb den zweiten Platz belegt hatte, wurde anschließend mit der Umsetzung des Siegerentwurfs beauftragt. Zur Realisierung des Projekts wurde 1896 eine Aktiengesellschaft gegründet, die das Hauptgelände von der Stadt pachtete und den südöstlich gelegenen Ritterwerder – den späteren Klingerpark – kaufte.
Brücke im Palmengarten (2008)
Am 29. April 1899 wurde der Palmengarten mit einer Festrede des Oberbürgermeisters Otto Georgi feierlich eröffnet. Er war zunächst als „vornehmste Erholungsstätte Leipzigs“ nur den „höheren Kreisen“ vorbehalten.[1] Namensgebend für den Park und zugleich Besuchermagnet war das Gesellschafts- und Konzerthaus der Architekten Schmidt und Johlinge. Dieses befand sich im nordöstlichen Teil des Parks. Südlich davon befand sich in unmittelbarer Nachbarschaft das Palmenhaus, das auf einer Innenfläche von 1.280 m² Palmen und andere tropische Pflanzen beherbergte. Südöstlich des früheren Gebäudeensembles befindet sich ein 11.050 m² großer Teich. In seinem nördlichen Teil befindet sich eine Insel, die vom Hauptweg des Parks gequert wird. Am Ostufer des Teiches befindet sich seit 1897 ein gusseiserner Pavillon, der während der Sächsisch-Thüringischen Industrie- und Gewerbe-Ausstellung zunächst im König-Albert-Park stand.
1921 wurde das Gelände von der Stadt Leipzig übernommen. Aus finanziellen Gründen wurde der Palmengarten 1936 auf das Gebiet nördlich der Elster verkleinert. Dazu wurde die bis dahin an der Plagwitzer Straße bestehende Mauer abgebrochen und hinter der Klingerhainbrücke ein Kassenhäuschen errichtet. Damit war der Klingerhain frei zugänglich. Da im Jahr 1940 auf dem Gelände des Palmengartens die Gutenberg-Reichsausstellung stattfinden sollte, wurden das Gesellschafts- und Palmenhaus am 10. Januar 1939 gesprengt. Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verhinderte schließlich die Durchführung der Ausstellung.
1955 wurde der Palmengarten mit dem König-Albert-Park, dem Johannapark und dem Scheibenholzpark zum Clara-Zetkin-Park zusammengefasst
Quelle: Wikipedia
Elsterbecken
Historische Geländesituation
Bis zum Bau des Elsterbeckens erstreckten sich auf dem Gelände weite Wiesen, die in Anlehnung an das auf der Ausfallstraße nach Westen zu passierende Frankfurter Tor auch die Frankfurter Wiesen genannt wurden. Die Wiesenfläche war von zahlreichen kleinen Tümpeln und Lachen durchsetzt und mit Baumgruppen und Büschen bewachsen. Ein durchgängiger Wasserlauf bestand auf dem Gelände jedoch nicht. Der Flusslauf der in diesem Abschnitt Alte Elster genannten Weißen Elster befand sich zu dieser Zeit noch an der unmittelbaren westlichen Außengrenze des heutigen Waldstraßenviertels und damit einige hundert Meter östlich des späteren Elsterbeckens. Alte Elster und das weiter westlich gelegene Kuhburger Wasser verwandelten das gesamte Areal der Frankfurter Wiesen bei Hochwasser nicht selten in eine geschlossene Wasserfläche. Auf eine Bebauung des Geländes wurde deshalb verzichtet. Die einzige Ausnahme bildete die Ratsziegelei, deren Gebäude nördlich der heutigen Jahnallee errichtet wurden und die dort mehrere Tongruben unterhielt. Im übrigen diente die Wiesenfläche als Viehweide. Ab den 1890er Jahren wurde ein Teil des Geländes zunehmend für Sport- und Freizeiteinrichtungen genutzt. Neben Anlagen eines Turn- und Sportvereins wurde der Palmengarten gestaltet und das Gelände der Kleinmesse erschlossen.
Bereits seit den 1850er Jahren existierten Pläne, die Jahr für Jahr auftretenden Hochwasser einzudämmen. Hinsichtlich der konkreten Gestaltung des Hochwasserschutzes im Bereich der Frankfurter Wiesen herrschte allerdings über Jahrzehnte hinweg Streit. Zum Teil sprach man sich in Anlehnung an den Hamburger Alstersee für die Anlage mehrerer künstlicher Seen aus, teilweise wurde ein langgezogenes Wasserbecken befürwortet. Erst unter dem Eindruck des Jahrhunderthochwassers vom Februar 1909 einigten sich die Leipziger Stadtverordneten 1911 auf die Umgestaltung der Frankfurter Wiesen und den Bau des Elsterbeckens, mit dem im Juni 1913 begonnen wurde. Geplant waren neben dem Aushub eines Wasserbeckens auch die Errichtung repräsentativer kommunaler Gebäude sowie Bauten für die Leipziger Messe, die zum neuen Stadtzentrum werden sollten. Die Kosten des Projekts sollten durch den Verkauf des durch die Regulierungsmaßnahmen gewonnenen Baulands refinanziert werden. Kriegsbedingt wurde das Elsterbecken nicht wie ursprünglich geplant 1918, sondern erst 1925 fertiggestellt. Alte Elster und Kuhburger Wasser wurden daraufhin verfüllt. Das Elsterbecken überspannen seitdem zwei Brücken: die Zeppelinbrücke im Süden im Verlauf der Jahnallee und die Landauerbrücke (bis 1945: Hindenburgbrücke) im Norden im Zuge der Leutzscher Allee.
Planung und Bau des Elsterbeckens 1850 bis 1925

Noch 1925 begann die Abbaggerung von Schlamm aus dem Elsterbecken, der zur Auffüllung des umliegenden Areals sowie zur Anlage der Festwiese verwendet wurde. Nachdem im Zweiten Weltkrieg das Untere Elsterwehr beschädigt worden war, verlandete das Elsterbecken zunehmend. Diese Schlammmassen fanden nach Kriegsende beim Bau des nahe gelegenen Zentralstadions Verwendung
Heutige Situation, Planungen
Elsterbecken mit Zeppelinbrücke, Blick vom Palmgartenwehr.
Das Elsterbecken hat in weiten Teilen nur noch eine geringe Wassertiefe. Die Zuflüsse von Weißer Elster und Pleiße führen bis Leipzig bei einer relativ hohen Fließgeschwindigkeit einen großen Anteil an Sedimenten mit sich, die sich im Elsterbecken mit seiner deutlich geringeren Fließgeschwindigkeit absetzen.Die beim Bau des Beckens vorgesehene Wassertiefe von über 1,50 Meter hat sich daher in weiten Teilen des Beckens deutlich verringert. Nach größeren Hochwassern kommt es gelegentlich zur Verlandung und Inselbildung im Elsterbecken, zuletzt sehr markant nach dem Hochwasser im August 2002. In den folgenden Jahren wuchs auf diesen Inseln eine üppige Vegetation. 2005/2006 wurde das Becken wieder soweit ausgebaggert, dass es zwischen Elsterwehr und Zeppelinbrücke erneut vollständig und weiter flussabwärts weitgehend (mit Ausnahme der Uferbereiche) mit Wasser bedeckt ist.
Seine ursprüngliche Funktion, im Hochwasserfall eine große Durchflussmenge durch Leipzig zu gewährleisten, kann das Elsterbecken mit so geringer Wassertiefe kaum noch erfüllen. Daher ist geplant, die verfüllte Alte Elster in leicht verändertem Lauf wieder als Hauptbett der Elster anzulegen und den teilweise verrohrten Elstermühlgraben wieder freizulegen[5]. Bei niedrigen und mittleren Wasserständen soll auf diesem Weg das ankommende sedimentreiche Wasser am Elsterbecken vorbei geleitet werden. Durch die höhere Fließgeschwindigkeit soll das Absetzen der Sedimente auf diesem Weg verhindert oder verringert werden.
Das Elsterbecken soll dann zu einem stehenden Gewässer werden. Zu diesem Zweck wurde das untere Elsterwehr dahingehend umgebaut, dass es das Becken zur Luppe zu abschließen kann. Bei Hochwasser würde das Elsterbecken geflutet werden, das untere Elsterwehr kann in diesem Fall nach unten gekippt werden, damit das Hochwasser schnell abfließen kann, verbunden mit der Hoffnung, dass mit dem Hochwasser auch ein Teil der im Elsterbecken abgelagerten Sedimente mit abtransportiert wird.
Emil Adolf Roßmäßler, Naturforscher und Schriftsteller, schwärmte bereits vor über 100 Jahren:
„Die Auwälder gehören zu den schönsten Laubwäldern.
Ein wahres Muster eines solchen Auwaldes erstreckt sich von Leipzig mehrere Meilen westlich bis Merseburg …
Und in solch glücklicher Lage befindet sich Leipzig, welches aus seinem westlichen Tor unmittelbar in einen der schönsten Auwälder Deutschlands eintritt.“
Große Teile des Leipziger Auenwaldes gehören zum Leipziger Stadtwald. Der Leipziger Stadtwald umfasst alle Wälder im Eigentum der Stadt Leipzig, unabhängig davon, ob sie innerhalb oder außerhalb der Stadtgrenze liegen. Neben der Stadt Leipzig ist im gleichnamigen Landschaftsschutzgebiet “Leipziger Auenwald” der Freistaat Sachsen der größte Waldbesitzer.
Besonders bedeutsam ist die Funktion des Stadtwaldes als eines der wichtigsten städtischen Erholungsgebiete.
Es gibt ein gut ausgebautes System von Wander-, Rad- und Reitwegen. Außerdem können Waldspielplätze, Aussichts-punkte und Lagerfeuerplätze genutzt werden. An einigen Stellen, zum Beispiel im Wildpark, erfährt der interessierte Waldbesucher Wissenswertes über Flora und Fauna.
Qeullen Einzelnachweise
1. ↑ Vgl. Nr. 101b der Anlage 1 zu § 24 Abs. 1 des Sächsischen Wassergesetzes vom 18. Oktober 2004
2. ↑ Artmann/Bobbe, Hochwasserschutz in Leipzig. In: Leipziger Blätter 47 (2005), S. 86-88
3. ↑ http://www.oekoloewe.de/text.php4?ID=12&textID=223
4. ↑ Horlacher/Bobbe/Möricke, Gutachten Stabilisierung Sedimenthaushalt im Gewässerknoten Leipzig vom 19.04.2002
5. ↑ Flächennutzungsplan Leipzig, Raumpass Leipzig Mitte, S. 4-6
6. ↑ Integriertes Gewässerkonzept Leipzig 2004 gemäß Beschluß des Leipziger Stadtrats vom 18.02.04
7. ↑ Studie zur Auslegung und Steuerung des Leipziger Gewässerknotens bei Offenlegung des Elstermühlgrabens in der Stadt Leipzig unter Berücksichtigung der Anforderung der EU-Wasserrahmenrichtlinie und des Sedimenthaushalts der Fließgewässer, S. 8f.
Quellen
Wikipedia
* Horst Riedel: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z. Pro Leipzig, Leipzig 2005, ISBN 3-936508-03-8, Stichworte “Frankfurter Wiesen” und “Elsterbecken”.
* André Loh-Kliesch: http://www.leipzig-lexikon.de, Stichwort “Elsterbecken”