Schwangerschaften mit tötlichen Folgen

 

Mehr als 2000 Frauen sterben im Westafrikanischen Burkina Faso jährlich wegen Komplikationen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt. Über die Gründe informiert ein aktueller Bericht von Amnesty International. Gesundheit ist ein Menschenrecht. Deshalb lanciert Amnesty International vor dem 8. März 2010, dem Internationalen Frauentag, eine Petition an den Gesundheitsminister von Burkina Faso und fordert die Regierung auf, die Anstrengungen gegen Müttersterblichkeit zu verstärken. In der Schweiz beteiligt sich Amnesty International an der nationalen Demonstration für die Rechte der Frauen am 13. März 2010 in Bern und sammelt Unterschriften für die Petition.

Jahr für Jahr sterben weltweit eine halbe Million Frauen wegen Komplikationen während der Schwangerschaft. In Entwicklungsländern sind sie bei jungen Frauen im Alter zwischen 14 und 19 Jahren die häufigste Todesursache. In Westafrika ist das Risiko, als werdende Mutter zu sterben, höher als in jeder anderen Weltregion. So sterben in Burkina Faso jedes Jahr 2000 Frauen.

Verfassung und Gesetz von Burkina Faso verbieten jegliche Form der Diskriminierung, namentlich aufgrund des Geschlechts. Dennoch werden Frauen in vielfacher Hinsicht marginalisiert und diskriminiert. Dies zeigt der neue Bericht «Burkina Faso: Schwangerschaft mit tödlichen Folgen». Mangelnder Zugang nicht nur zur Gesundheitsversorgung, sondern auch zu Bildung, zu Erwerbsarbeit und zu gesellschaftlicher und politischer Macht tragen zur hohen Müttersterblichkeit bei. Am höchsten ist diese bei Frauen, die in ärmsten Verhältnissen leben, den geringsten Bildungsstand haben und in ländlichen Regionen leben.

Zwar hat die Regierung von Burkina Faso mit Hilfe internationaler Geldgeber grosse Anstrengungen unternommen, um die Müttersterblichkeit zu senken. So werden seit 2006 auf dem Papier 80 Prozent der Kosten für Geburt, Notfallversorgung für Schwangere sowie Versorgung von Neugeborenen durch den Staat übernommen. Verbreitete Korruption steht der Umsetzung dieser Strategie jedoch im Wege. Und die Qualität der medizinischen Leistungen lässt in vielerlei Hinsicht zu wünschen übrig.

Mit einer Petition anlässlich des Internationalen Tages der Frau fordert Amnesty International den Gesundheitsminister von Burkina Faso, Seydou Bouda, auf, im ganzen Land ein dem Bedarf entsprechendes Netz von Gesundheitszentren bereit zu stellen. Die Petition fordert, dass insbesondere Frauen aus armen Verhältnissen nicht durch hohe Kosten und weite Wege davon abgehalten werden, Geburtshilfe und Notfallversorgung in Anspruch zu nehmen. Die Regierung soll dafür zu sorgen, dass Frauen über die lebenswichtigen Informationen zu Sexualität, Verhütung, Schwangerschaft und Geburt verfügen, damit sie ihre Rechte wahrnehmen können.

In der Schweiz beteiligt sich Amnesty International an der nationalen Demonstration für die Rechte der Frauen am 13. März 2010 in Bern und sammelt Unterschriften an die Behörden von Burkina Faso. Die Petition kann auch online unterzeichnet werden:  Zur Online-Aktion

Quelle: AmnestyInternational

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