Amflora doch zugelassen

 

Die EU-Kommission hat die Gen-Kartoffel Amflora genehmigt. Die Zulassung erstreckt sich auf den Anbau und die Verwendung in Futter- und Lebensmitteln. Die Amflora ist die erste genmanipulierte Pflanze, die seit 1998 in der EU zugelassen wird. Die FDP wird sich freuen. Sie hat die Förderung der Gen-Kartoffel hierzulande sogar in den Koalitionsvertrag schreiben lassen.

Kartoffel. Sortenvielfalt/ VielfaltEs ist schockierend, dass die neue Kommission mit dieser Entscheidung die erheblichen ökologischen und gesundheitlichen Risiken der umstrittenen Gen-Kartoffel ignoriert, kommentiert Martin Hofstetter von Greenpeace. Der Agrarökonom fürchtet, dass die Kommmission gegen den Willen einer breiten Öffentlichkeit und gegen alle guten Argumente einen Pro-Gentechnikkurs einleiten will.

Veraltet, riskant, überflüssig

Der Konzern BASF bemüht sich schon seit 13 Jahren um eine Zulassung für seine Industriekartoffel. Die Amflora produziert besonders viel Stärke in Form von Amylopektin. Diese Substanz wird als Rohstoff für technische Produkte wie Kleister benötigt. Da eine Verunreinigung von normalen Lebens- und Futtermitteln mit Gen-Pflanzen niemals auszuschließen ist, hat das Unternehmen dafür die Zulassung gleich mitbeantragt.

Die verwendete Technologie gilt inzwischen als veraltet. Mittlerweile gibt es Kartoffeln mit ähnlichen Eigenschaften ohne Gentechnik. Die Amflora enthält ein Antibiotikaresistenzgen. Durch die Nutzung eines solchen Gens können Krankheitserreger immun und lebenswichtige Antibiotika somit unwirksam werden. Gen-Pflanzen mit einem Antibiotikaresistenzgen dürfen daher seit 2005 in der EU nicht mehr als Futter- und Lebensmittel angebaut werden.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat angekündigt, nichts gegen die Zulassung zu unternehmen. Dieser Kurs ist nicht zu rechtfertigen und nicht durchzuhalten, sagt Martin Hofstetter. Greenpeace fordert Ministerin Aigner auf, den Anbau der Gen-Kartoffel in Deutschland sofort zu stoppen. Gen-Pflanzen, welche die menschliche Gesundheit gefährden können, sollten auf keinen Fall angebaut und erst recht nicht verzehrt werden.

Jetzt erst recht: Protestieren Sie

Das Meinungsforschungsinstitut Emnid hat im Januar 2010 für Greenpeace 1005 Bürgerinnen und Bürger angerufen und gefragt, ob Ministerin Aigner (CSU) den Anbau der Gentechnik-Kartoffel Amflora verbieten sollte. 77 Prozent antworteten mit ja, 17 Prozent mit nein, 5 Prozent machten keine Angaben.

Wenn auch Sie gegen Gentechnik auf dem Acker und Teller sind, dann klicken Sie hier und beteiligen sich an unserer Mitmachaktion.

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Article by Andy

De omnibus dubitandum“ (lat.: An allem ist zu zweifeln) Andy tagged this post with: , , , , , , , Read 135 articles by Andy
 3 Comments Post a Comment
  1. free avatars sagt:

    Wow this really takes me back, like your blog layout too. Is it Drupal?

  2. Andy sagt:

    NACHTRAG…….

    Mit der großflächigen Projektion einer Gen-Kartoffelfratze auf das Bundeskanzleramt in Berlin haben Greenpeace-Aktivisten in den frühen Morgenstunden gegen den Anbau der umstrittenen Gen-Kartoffel Amflora protestiert. Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat erklärt, die gestrige Zulassung der Gen-Kartoffel durch die EU-Kommission hinzunehmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), CSU-Parteichef Horst Seehofer und der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle haben in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, die Gen-Kartoffel zu fördern, obwohl es mittlerweile Kartoffeln mit ähnlichen Eigenschaften ohne Gentechnik gibt. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, die Warnungen vor den gesundheitlichen und ökologischen Risiken ernst zu nehmen und den Anbau in Deutschland zu verbieten.
    Mit einer Projektion auf die Fassade des Bundeskanzleramtes protestiert Greenpeace in Berlin gegen die Zulassung der gentechnisch veränderten Kartoffel Amflora durch die…

    Mit einer Projektion auf die Fassade des Bundeskanzleramtes protestiert Greenpeace in Berlin gegen die Zulassung der gentechnisch veränderten Kartoffel Amflora durch die...

    “Verbraucher, Landwirte und Lebensmittelhersteller wollen die Gen-Kartoffel nicht. Sie birgt erhebliche Risiken, ist gesellschaftlich unerwünscht, technisch veraltet und völlig überflüssig”, sagt Martin Hofstetter, Gentechnik-Experte von Greenpeace. “Es ist nicht verständlich, warum die Bundesregierung ihre Glaubwürdigkeit ausgerechnet mit so einem zweifelhaften Projekt wie der Amflora gefährdet. Sie sollte die Interessen der Bürger vertreten und nicht diejenigen der BASF. Die Regierung muss den Anbau der Kartoffel verbieten.”

    Nach einer Anfang Januar veröffentlichten Emnid-Umfrage im Auftrag von Greenpeace befürworten 77 Prozent der Bevölkerung ein Verbot der Gen-Kartoffel. “Union und FDP sollten sich klar machen, dass auch ihre Wähler Gentechnik auf dem Acker und auf dem Teller ablehnen”, erklärt Hofstetter.

    Die Gen-Kartoffel des BASF-Konzerns ist die erste Gen-Pflanze, die seit 1998 zugelassen wurde. Sie darf nicht nur angebaut und technisch verwertet, sondern auch für die Tierfütterung und – bis zu einem Verschmutzungsgrad von 0,9 Prozent – für Lebensmittel verwendet werden. Amflora produziert besonders viel Stärke in Form von Amylopektin, eine Substanz, die als Rohstoff für technische Produkte wie Kleister, Papier und Beton benötigt wird. Bei der gentechnischen Manipulation wurden der Gen-Knolle zusätzlich Antibiotika-Resistenz-Gene eingebaut. Wissenschaftler schließen nicht aus, dass dadurch Resistenzen auf Bakterien übertragen werden können und damit die Wirksamkeit von Antibiotika verringert wird. Die betroffenen Antibiotika sind laut Weltgesundheitsorganisation besonders wichtige Mittel zur Behandlung von multiresistenter Tuberkolose.

    “Die Behauptung der Regierung, die Gen-Kartoffel werde nicht in die Nahrung gelangen, ist unglaubwürdig. Wo Genpflanzen angebaut werden, tauchen sie über kurz oder lang auch in Lebensmitteln auf. BASF weiß das und hat deshalb umfassende Zulassungen auch für Lebensmittel beantragt”, erklärt Hofstetter.

    Die Kartoffel soll in diesem Jahr in Deutschland auf einer kleinen Fläche in Mecklenburg-Vorpommern wachsen, um das Pflanzgut zu vermehren. Laut Bundeslandwirtschaftsministerium hat der BASF-Konzern zugesagt, die Produktionsrückstände in Deutschland nicht als Futtermittel zu verkaufen.

  3. Artikel veröffentlicht am: 03.03.2010,
  4. Artikel veröffentlicht von: Jan Haase / Greenpeace

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